Auf Entdeckung in der Maremma im Frühling

Durch einige Events in der Maremma und durch stets neu entdeckte Ziele, bin ich glücklicherweise immer öfter in der südlichen Toskana, die noch wenig bekannt und vielleicht auch etwas unterschätzt ist. Durch meine Besuche ist mir bewusst geworden, dass die Maremma voller historischer, natürlicher und gastronomische Schätze ist und auch eine sehr gute Qualität an Weinen besitzt. Außerdem habe ich viele Angestellte und Gutsbesitzer kennengelernt, die sehr viel Leidenschaft und Begeisterung in ihre Arbeit stecken. Aus diesem Grund möchte ich diesen Artikel schreiben und mit Euch meine Eindrücke und Momente in der Maremma teilen. Vielleicht bekommt Ihr so ebenfalls Lust die Maremma zu entdecken, vor allem im Frühling oder am Anfang des Sommers – eine passende Jahreszeit um die Farben und Düfte der Maremma in all ihrer Pracht zu genießen.


Andeutungen zur Geschichte und zum Wert der Maremma heute
Der Name „Maremma“ bezieht sich nicht, wie viele noch heute denken, nur auf die Landschaft um die Provinz von Grosseto. Die Region verläuft vom südlichen Teil der Provinz von Livorno, entlang der Küste und über die erzhaltigen Hügel in der Nähe Grossetos bis zum Norden der Küste der Provinz Lazio. In einem so weit ausgedehnten Land könnt Ihr auf Entdeckungsreise der historischen Zeugnisse, die von der Urgeschichte, über die Zeit der Etrusker bis hin zur Römerzeit reichen, gehen. Wenn Ihr Örtlichkeiten von archäologischen Ausgrabungen besuchen wollt, dann solltet Ihr die Orte wie Populonia als antike Stadt der Etrusker und Römer, oder Vetulonia und Roselle als wirkliche Etrusker Städte besichtigen.
Die Maremma hat einige schwere Zeiten hinter sich. Zunächst wegen vergangener Schicksalsschläge und dem harten Leben der Bauern, die am Ende auch in den Metallminen arbeiteten, aber auch durch die Malaria, die in der damaligen Sumpflandschaft, welche die Maremma bis zur Landgewinnung im Jahre 1830 charakterisierte, vorherrschte. Heute ist die Maremma vor allem durch ihren natürlichen Wert sehr wichtig, da sich in ihrer Landschaft einige Naturschutzgebiete befinden, wie zum Beispiel der „Parco Naturale della Maremma“, doch auch die Lage am tyrrhenischen Meer ist sehr bedeutsam. Außerdem spielt die Maremma dank ihrer landwirtschaftlichen Produktion und ihrer Wein- und Lebensmittelherstellung eine große Rolle. So hat beispielsweise Francesco Gentili während des Events “Join Maremma Online” einmal betont, dass in der Toskana 459 Lebensmittel produziert werden, von diesen jedoch bereits 110 in der Maremma, einschließlich der 32 regionalen Spezialitäten, wie der Pecorino Toscano DOP. Für die Herstellung von diesem Käse werden nämlich schon 25% Milch benutzt, die die Schafzüchter aus der Maremma liefern. Natürlich ist auch die Weinproduktion in der Maremma immer bedeutender geworden, worüber ich in meinem nächsten Absatz schreibe. Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass die Maremma immer mehr Touristen und Reisende anzieht, vor allem aus dem Ausland. Dank der Umfrage “Mio Viaggio in Maremma” (Meine Reise in die Maremma), die von den Partnern der Assoziation „Maremmans“ erstellt wurde, kann man sehr gut die Gründe einer Reise in die Maremma erkennen: an erster Stelle stehen das Meer und die Suche nach Natur, ganz nah gefolgt von der Lust auf neue Entdeckungen und die Suche nach gutem Wein und ländlichen Spezialitäten.

 

Weintourismus in der Maremma
Von den oben genannten 110 Produkten “Made in Maremma” beziehen sich zwei auf Weine mit der Herkunftsbezeichnung “DOCG” (Morellino di Scansano DOCG und Montecucco DOCG) und 8 weitere mit der Herkunftsbezeichnung “DOC”, die den Weinen der Maremma natürlich noch mehr Wert geben und deswegen nicht zu unterschätzen sind. Durch das wachsende Bewusstsein über die Bedeutung der Maremma für die Landwirtschaft der Toskana und Italiens überhaupt, aber auch für den “grünen” und ökologischen Tourismus, haben immer mehr Weinkellereien und Investoren in diese Zone investiert und neue Strukturen geschaffen. Die neu entstandenen Weinkellereien und Landgüter sind natürlich auch für Reisende und Weinliebhaber geöffnet.


Zuerst möchte ich Euch drei Weinkellereien nennen, die eine bedeutende Rolle spielen, dank ihrer Kombination von neuer Technologie der Weinherstellung mit zeitgenössischer Architektur und Weinbau im Einklang und mit Respekt zur Natur: Rocca di Frassinello , eine Weinkellerei der Gruppe „Domini Castellare di Castellina“, die vom bekannten Architekten Renzo Piano entworfen wurde, der sich auf seine Art und Weise vom Leben und der Arbeit im Weinberg und im Weinkeller inspirieren hat lassen und diese in harmonischer, aber auch funktioneller Wesensart interpretierte. Le Mortelle , die erst vor kurzem von der Familie Antinori erbaut wurde. Ich rate Euch wirklich einen Besuch des Weinkellers und des Holzfasskellers, bei dem Ihr einige Gemeinsamkeiten von der Weinkellerei, die die Familie im Chianti Classico besitzt, erkennen werdet. Außerdem ist der Blick von ihrer Terrasse nach Castiglione della Pescaia einfach traumhaft, er lässt sich am allerbesten bei einem Wein des Gutes während eines Sonnenuntergangs genießen. Die Tenuta Ammiraglia, eine der Güter von Frescobaldi, wurde im Rahmen der Öko- Nachhaltigkeit gebaut und kombiniert Design mit dem Respekt zur Natur. Sie ist perfekt in die zum Meer gerichteten Hügeln der Maremma integriert.


Natürlich sind das drei Beispiele von Weinkellereien, die groß genug und mit einem bestimmten Investment gebaut wurden. Es gibt jedoch noch weitere Weinkellereien, die man entdecken sollte, wie zum Beispiel die Tenuta l’Impostino, die auch einen kleinen charmanten Agriturismo für Ferienaufenthalte und ein kleines Restaurant führt, und Colle Massari , die im Jahre 2014 als Weinkellerei des Jahres prämiert wurden ist. Beide dieser Weinkellereien befinden sich in der Produktionszone des Montecucco DOCG. Andere Weinkellereien zur Besichtigung und Weinverkostung sind Podere 414 Fattoria Mantelassi , Rocca di Montemassi , wo es auch ein Museum für die bäuerliche Zivilisation gibt oder Azienda Terenzi , und natürlich viele weitere kleinere Weingüter. Wenn man in die Maremma kommt, sollte man unbedingt den Morellino di Scansano probieren, vor allem aber die Weine, die von den Vignaioli del Morellino di Scansano produziert werden. Sie haben in den letzten Jahren viel in die hohe Qualität und die Promotion ihrer Weine investiert und als Frau ist es mir wichtig zu betonen, dass circa 40% der Genossenschaftler Frauen sind, eine Verpflichtung und Arbeit, die wirklich zu schätzen ist.

Auch das Borgo Magliano Resort, ist sich des Potentials des Weintourismus und der guten Weinproduktion in der Maremma, besonders in der Zone des Morellino di Scansano, bewusst, und daher haben sie sich extra eine Auswahl vom Wein “Roggiano – Morellino di Scansano DOCG” der Vignaioli del Morellino di Scansano zur Verfügung stellen lassen, die sie ihren Gästen anbieten. Ich kann dazu nur sagen, dass es eine wirklich gute Auswahl ist, denn der Wein hat einen schönen, intensiven fruchtigen Charakter, dazu eine leichte Frische und runde Harmonie im Mund – deswegen finde ich es einfach passend, ihn auf der Terrasse des Resorts während des Sonnenuntergangs über die Maremma zu genießen…


Wer dich verschmäht, du edler Wein, der ist nicht wert, ein Mensch zu sein.
(Joachim Perinet)
Gourmet- Erlebnisse und Hochzeiten in toskanischen Stil
Da das Potenzial der Maremma zunehmend entdeckt wird und viele Unternehmen in den letzten Jahren in die Maremma investiert haben, wurden natürlich auch neue Strukturen mit hohem Qualitätsstandard für die Übernachtung und einige Restaurants gegründet. Besonders möchte ich dabei hinweisen, dass beispielsweise die Familie Moretti, zusammen mit Alain Ducasse die “Andana” im Gut der “Tenuta Badiola” in der Nähe von Castiglione della Pescaia gegründet, hat. Sie schätzen den großen Wert der maremmanischen und toskanischen Küche und möchten diesen an ihre Gästen weitergeben. Dieses Jahr wurde das Restaurant dem Chef Enrico Bartolini übergeben. Außerdem gibt es in der Maremma auch zwei Restaurants, die jeweils zwei Michelin-Sterne besitzen: das Restaurant “Caino” von Valeria Piccini in Montmerano und das Restaurant “Braccali” in Ghirlanda. Der “Pelicano” in Porto Ercole, “All’Acquacotta” in den "Terme di Saturnia" und “Silene” in Seggiano wurden mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Durch das hohe Niveau der Weine und der guten gastronomischen Spezialitäten, aber auch dank des Respekts und dem Erhalt der Natur, die in weiten Teilen auch noch sehr wild belassen ist, gibt es schöne, besonders charmante Güter, die passend für die Organisation von Hochzeiten in toskanischen Stil sind, wie zum Beispiel das “Castello di Vicarello”, das Weinresort “Conti di San Bonifacio” oder die “Tenuta del Fontino”. Dies sind wirklich einzigartige und authentische Plätze für eine Hochzeit von hohem Niveau. Für diejenigen, die jedoch auf der Suche nach Einfachheit und dem ländlichen Charakter der Maremma sind, gibt es natürlich auch die Möglichkeit eine charmante Hochzeit in der Maremma zufeiern: zum Beispiel in einigen der Weingüter, die ich oben genannt hatte wie zum Beispiel Tenuta Impostino, oder im Borgo Magliano Resort. Für diejenigen, die den direkten Kontakt zur Natur suchen, kann ich auch die Tenuta Agricola dell’Uccellina, im Inneren des Parkes “Parco della Maremma” empfehlen. Weitere Ratschläge zu Übernachtungsmöglichkeiten könnt Ihr auf der Webseite von “DiscoveryTuscany” lesen, die sie speziell der Maremma gewidmet haben. Wenn Ihr aber auf der Suche nach einer passenden Location für eine Hochzeit in der Maremma seid, dann könnt Ihr mich gerne für die Planung kontaktieren.
Ansonsten wuensche ich Euch viel Spaß und genießt die Maremma im Frühling bzw. im Sommer!


Foto da: Le Caldanelle, Tenuta Impostino e Claudia Moritz